Was tun bei Notfällen
Auf jeder noch so gemütlichen Wanderung kann jederzeit eine Notfall-Situation eintreten, die Sie selbst oder andere betrifft. In bergigen oder sehr ländlichen Gebieten ist nicht immer Mobilfunknetz vorhanden, um per Telefon Hilfe anzufordern.
Gute Vorbereitung spielt also eine entscheidende Rolle. Stellen Sie Kleidung und Ausrüstung entsprechend zusammen und überprüfen Sie regelmäßig deren Zustand. Und: Die besten Werkzeuge helfen nicht, wenn Sie sie nicht bedienen können. Machen Sie sich daher frühzeitig mit GPS, Kompass, Signalspiegel usw. vertraut.
Ausrüstung
Folgende Dinge können in brenzligen Situationen hilfreich sein und sollten in keinem Rucksack fehlen:
- (Signalspiegel)
- Signalpfeife
- Taschenmesser / Multiuse-Tool ("Leatherman")
- Kompass
- (Drahtsäge)
- Rettungsdecke
- Taschenlampe (auf Madeira wegen der Tunnels besonders wichtig)
- Feuerzeug (oder Magnesium Feuerstein etc.)
- Ein paar Meter Schnur
Dazu in jedem Fall (auch im Hochsommer) wärmende Kleidung, Sonnenschutz, energiereiche Nahrung, ausreichend Trinkwasser, Kopfbedeckung und zumindest Basiswissen in Erster Hilfe.
Die Wanderapotheke
Die Apotheke für Unterwegs sollte neben einer Grundausstattung auf die individuellen Bedürfnisse aller Teilnehmer abgestimmt sein (Allergie-Medikamente, Durchfalltabletten, Tampons etc.). Eine genauere Übersicht gibt es in der Packliste.
Brenzlige Situationen
Es schadet nicht, sich bei Bekannten mit einer Ortsangabe "abzumelden", wenn Sie auf eine Wanderung gehen. Und stöbern Sie ruhig einmal in Literatur und Websites zum Thema "Survival" - wenn Sie aus Ästen und einer Drahtsäge eine Krücke improvisieren können, ist der verstauchte Fuß nur noch halb so schlimm und Sie haben danach etwas zu Erzählen. ;-)
Ansonsten gilt bei Notfällen die Regel Nummer Eins: Ruhe bewahren. Blinder Aktionismus ist nicht hilfreich, versuchen Sie daher so schnell wie möglich Ihren Kopf klar zu bekommen, um gezielt weitere Schritte zu planen:
1) Erste Maßnahmen:
- Leisten Sie Erste Hilfe wenn erforderlich (auch Warmhaltung, Ansprache usw.). Oft benötigt: Das sogenannte PECH-Schema (auch RICE) bei Zerrungen o. ä.
- Sollte die Situation es erfordern, errichten Sie einen Unterstand (Schatten, Regenschutz).
- Sorgen Sie dafür, daß Aktionen miteinander abgestimmt werden und die Gruppe bis auf Weiteres zusammenbleibt.
- Delegieren Sie Aufgaben.
2) Bringen Sie die Situation unter Kontrolle:
- Finden Sie heraus, wo Sie sich befinden (GPS, Karte, Kompass, Handy mit GPS Funktion).
- Prüfen Sie, welche Kommunikationsmittel Ihnen zur Verfügung stehen: Handy, Signalspiegel, Signalpfeife, Stimme? Nutzen Sie sie koordiniert.
- Die allgemeine Notrufnummer in Portugal lautet 112.
- Als generelles Notsignal für Signalpfeifen, -spiegel usw. gilt: 6 x innerhalb 1 Minute. Pfeifen Sie also beispielsweise alle 10 Sekunden 1 mal, um sich bei möglichen Rettern
bemerkbar zu machen. Diese werden -sofern sie das Signal kennen- mit 3 Signalen innerhalb 1 Minute (also ca. alle 20 Sekunden) antworten. Wenn Sie um Hilfe rufen möchten, so rufen Sie auf
portugiesisch "Socorro!" (sprich "Sokórru"). Natürlich können Sie auch das international bekannte Notsignal "SOS" abgeben: 3 kurze Signale, 3 lange Signale, 3 kurze
Signale.
- Behalten Sie das Wetter im Auge und sorgen Sie ggf. für Wärme und Regenschutz.
- Wird es bald dunkel? Sorgen Sie für Lichtquellen.
- Sorgen Sie dafür, dass durchgängig Notsignale abgegeben werden, falls Sie dringend Rettung benötigen oder sich nicht von der Stelle bewegen können.
- Prüfen Sie regelmäßig den Zustand möglicher Verletzter.
- Denken Sie positiv und bleiben Sie aktiv.
Wandern in Portugal - Festland, Madeira & Azoren
